Die stille That wird zum hellen Aufruhr, zum lauten Kampf. Nicht mit den Beinen ist die Freiheit zu erlaufen, nicht als Geschenk des Zufalls wird sie eingeheimst. Als Siegespreis will sie erstritten sein.
Grege’s Augen leuchten. Er strich sich die Haare aus der heißen Stirn. Er drückte die Hand auf die pochende Brust.
Er brauchte nur den Arm auszustrecken, so stieß er auf den Feind. Er brauchte nur unbedacht den Rücken zu wenden, so war seine eigene Niederlage besiegelt. Das ganze Luftreich stille, starre, theilnahmslose Natur. Und setzte er den Fuß auf die Erde, so wuchsen ihm zu dem einen Feind eine Legion aus dem Boden.
Sogar daheim fahnden sie nach ihm als Einen, der das Staats-Gesetz gebrochen und den Gesellschafts-Vertrag verletzt.
Das war jetzt sein Weltbild: Feindschaft ringsum. Seine Welterkenntniß: Teuta, aller Weltwirklichkeit entfremdet, vegetirte im Irrwahn. Die Teutaleute spielten eine traurige Rolle in der Weltgeschichte. Sie zehrten vom Gnadenbrot ihrer Nachbarn. Der nächste Sturm konnte das Kartenhaus ihres eingebildeten Glücks über den Haufen blasen.
Er wünschte, das ganz Teuta bei ihm in der Gondel säße und sein Geschick seit dreimal vierundzwanzig Stunden theilte. Diese Lektion könnte genügen. Sogar für die Weisesten im hohen Rath.
— Wie war das mit dem Weibe, Grege? Zogst Du wirklich hinter einem Weibe her, als wir Dich einluden, in unser Fahrzeug zu steigen? fragte der Angelo mit boshaftem Lächeln.
— Habe ich je nach Deinem Weibe gefragt? entgegnete Grege kurz.
— Warum hast Du nicht gefragt? Deiner Wißbegierde sind keine Schranken gesetzt, junger Mann. Willst Du meine Leibspeise wissen? Willst Du den Stand meiner Sippe kennen? Willst Du wissen, woraus ich mein bestes Vergnügen ziehe? Oder interessirt Dich meine Hausnummer? Frage frisch drauf los. Spute Dich. Ich verhehle Dir nichts. Nicht einmal meinen Namen.
— Dein Name ist Schurke! Wie ihn auch Deine Zunge aussprechen möge, Schurke immer und ewig.