— Mit einem Kameraden zog ich aus, ohne ihn

kehr’ ich heim. Durch Deine Schuld. Du hast Ersatz zu bieten. Die Rechnung ist einfach.

— Die Rechnung ist falsch! Ich erkenne sie nicht an, der Schuldige bist Du!

— Das wird sich zeigen, ereifere Dich nicht.

Heiß stieg’s in Grege auf. War das nicht empörend, so allen Thatbestand und Sachverhalt zu verkehren und gegen ihn zu wenden? Er der Schuldige, weil er als der Angegriffene in verzweifelter Nothwehr gehandelt?

Aber er fühlte sofort, daß da mit Gründen und Erklärungen nichts mehr zu richten sei. Nur eine That konnte aus dieser ruchlosen Verstrickung retten. Die That des Stärkeren. Nur Gewalt konnte ihm Recht bringen.

Also mußte er der Gewaltthätige sein, wollte er nicht dem Unrecht unterliegen. Das war das Gesetz, das außerhalb der Bannmeile von Teuta galt: Schaffe Dein Recht aus eigener persönlicher Macht, wende Gewalt an!

Nun erst wurde ihm der tiefe Sinn und die unbewußte Verantwortung seiner Flucht aus Teuta klar.

Was hatte ihn gegen die Gemeinschaft der Teutaleute empört, was hatte ihn aus ihrer Gesellschaft in die Flucht gejagt? Ein Gefühl und ein geheimer Bund mit dem Weibe. Jetzt setzte sich ihm in lichte Erkenntniß und Pflichtbewußtsein um, was bisher nur dunkler Drang in ihm gewesen. Jetzt galt’s die Probe auf die Berechtigung seiner Selbstbestimmung.

Seine Flucht vor denen, die hinter ihm sind, verwandelte sich in Kampf gegen die, die vor ihm sind.