Ja, ja, so ein Schläfchen, das ist doch das Beste. Man ist wie im Paradiese. Nun heißt es wieder an die rauhe Wirklichkeit denken und die Sorgen des Amtes herantreten zu lassen, eine nach der andern.
Was denn zunächst? Ja, was denn? Und er sann. Da drohte ihn noch einmal der Schlummer zu überfallen. Die dicken Augenlider wollten nicht halten. Ach, das viele Denken.
Er ächzte. Er gähnte und ächzte wieder. So ein oberstes Wächteramt, das lastet schwer, selbst auf den Stärksten. Diese ganze Menschheit zu behüten vor Schwankungen und Störungen ihres Glückes, daß Alles stets seinen rechten Weg gehe, daß die Maschine nicht nothleide — das strengt an, kein Wunder. Und als Aufseher der Aufseher, in dieser etwas bunten Mischung der Charaktere, da galt es doppeltes Gehirnschmalz aufwenden, wenn Alles klappen sollte. Und
das war sein Ehrgeiz, daß unter seinem Regiment Alles schön klappte.
Bis jetzt, in allen Hauptsachen wenigstens, klappte Alles. Dies Verdienst konnte ihm Niemand schmälern. O, er verstand zu führen, zu richten und zu schlichten.
Und er gähnte und lächelte. Eine Ehrentafel war ihm sicher. Eine glänzende Ehrentafel. Keinem seiner Vorgänger stand er jemals nach, keinem. Bei der nächsten Wahl wird man ja sehen. In ganz Teuta findet man keinen Besseren. Da können sie in alle Winkel leuchten.
Was denn nun zunächst? Und er kämpfte einen neuen Gähnanfall muthig nieder.
Eine feine Klingel ertönte, musikalisch abgestimmt, in rhythmisirter Kadenz. Eine ganze Arie.
Ao wälzte sich in Positur.
Er spitzte die Ohren. Er las die Klänge, ohne sie sich zu übersetzen. Sein Gehirn arbeitete noch ganz wunderbar mechanisch.