Der Oberrichter Kaspe strengte sich scheinbar auf’s Aeußerste an und ließ alle Minen seines ausgezeichneten Späherdienstes springen. Vergeblich.
— Ihr seht, ich bin so perplex wie ihr, piepste er.
Der Oberdiplomat kroch immer tiefer in’s Bett und konnte mit nichts als mit virtuosen Redensarten und Trugschlüssen dienen.
So fiel Alles auf den unglückseligen Oberpriester zurück. In seinem Gehirn preßte sich die ganze Thatsachenreihe zu einer einzigen Halluzination zusammen. Bald trat ihm der heiße Schweiß auf die Stirn und seine Glatze dampfte, bald fror ihn, daß er sein
Schädeldach wie eine Eisdecke fühlte, die vor Frost zu bersten droht.
— Kinder, legt mir die Zwangsjacke an, ich bin verrückt. Ich werde tobsüchtig, es geschieht ein Unglück. Ach, ich ärmster Ao!
Titschi wälzte sich im Bette und versicherte, daß es ihm große Freude mache, von seinem hohen Kollegen so aufopfernd getröstet zu werden.
Kaspe lächelte säuerlich und erklärte alle Welt für Uebelthäter, denen man beim besten Willen nichts mehr recht machen könne. Nicht einmal zum Einfangen seien sie mehr zu haben. Alle Liebesmüh’ sei umsonst. Diese unnahbar edlen Spitzbuben!
Wahrhaftig, Ao, der würdige Oberpriester, schnitt jetzt Grimassen wie ein Verrückter.
— Nimm sie beim Kragen, hollah, da sind sie! rief er mit schiefgezogenem Munde dem Oberrichter zu. Dabei schlug er mit der Faust auf die eigene Brust.