Auf dem Bootsdeck ist ein wunderschönes Plätzchen zwischen dem Maschinenskylight und dem Rauchzimmer. Hier ist es stets geschützt, auch bei dem schlechtesten Wetter.
Hier kann ich Ich sein. Hier auf diesem stillen Plätzchen, um mich die Unendlichkeit, läßt es sich träumen. Mir ist dann, als ob meine Seele Schwingen bekäme und über die Wellen eilte, um gleichgestimmte Genossen zu suchen. —
Wenn schlechtes Wetter ist, schlinge ich den Arm um den eisernen Pfeiler und lasse mich von den Wellen hin und her wiegen.
Es ist ein Gefühl des Gehobenseins in mir. Losgelöst von aller Erdenschwere schwebe ich mit meiner Seele über die unendlichen Weiten. —
Heut' ist niemand auf den Decks. Was noch nicht schläft, sitzt in den Rauchzimmern und feiert Weihnachten. — —
Auch ich feiere Weihnacht – heimlich und still mit meinem Liebsten. Ob er wohl um mich ist heute? Und du, Mutter?
Ob die abgeschiedenen Seelen sich begegnen im unendlichen Raum?
Dann müßten jene beiden, die mir die liebsten waren auf dieser Welt, zusammen sein. —
Ich muß so viel an das denken, was hinter jenem undurchdringlichen Vorhang liegt, seit er von mir ging. Und doch werde ich auch mit all meinem Grübeln nichts erforschen.
Ist es nicht, als ob jemand auf mich zuschritte, als ob eine strahlende Gestalt auf dem hellen Streif stünde, der über dem Wasser liegt? – Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Kinderglaube – du bist so tröstlich. —