Einsam war es beim Pavillon, das Käuzchen schrie wieder, aber es flog plötzlich erschreckt von dannen.

Im Gebüsch raschelte es und da wurde etwas Schwarzes, Schattenhaftes sichtbar. Der Kopf eines Mannes, der vorsichtig aus dem Dickicht herausspähte.

Es war ein schöner Kopf, aber die Augen besaßen etwas Fürchterliches. Darinnen schien ein höllisches Feuer zu brennen.

Bald darauf ballte der Versteckte die Faust und schüttelte sie nach der Richtung hin, wo der Prinz und der Herrscher gegangen waren.

„Geht, geht,“ klang es leise von den Lippen des Versteckten. „Ihr habt wieder Hoffnung. Aber sie soll enttäuscht werden. Mag der Mann mit der Maske seine Fahrt antreten, er wird nicht mehr zurückkommen, denn dafür habe ich gesorgt. Der Mann mit der Maske, er ahnt es nicht, was ihm droht. Der weiß nicht, daß ich schon früher an ihn dachte. Ich kenne den Luftpiraten, ich wußte, was er tun würde. Deshalb will ich seine Rückkehr unmöglich machen. Der Volksaufruhr muß toben und alle Bande der Ordnung zerreißen. Und wenn dann die Soldaten ihrer Pflicht abtrünnig werden, wenn alles drunter und drüber geht, wenn man die Häuser der Vornehmen und Vermögenden plündert, das Residenzschloß stürmt, dann werde ich zur Stelle sein. Dann erreiche ich doch mein Ziel. Dann hole ich mir die Prinzessin, ich führe sie mit mir fort nach meinem Schlupfwinkel, dem Herrscher zum Trotze. Ich will mich rächen für die Stunde, in der man mich aus dem Schloß wies, mir den Zutritt untersagte. Rache will ich nehmen, Rache! In ohnmächtigem Zorn soll sich der Herrscher verzehren, wissen, daß sich die Prinzessin in meiner Gewalt befindet. Die Wissenschaft, der ich mich einst gewidmet, die wird das Werkzeug meiner Rache sein.“

Und wieder schüttelte der Mann die geballte Faust bald nach dem Schlosse hin, bald nach der Mauer. Ein unheimliches Lachen klang von seinen Lippen.

Dann schlossen sich die Gebüsche, aber nach einiger Zeit hörte man einen sonderbaren dumpfen Schall. Es klang so, als ob sich in dem Park im dichtesten Gestrüpp eine schwere Falltür geschlossen hätte.

Auf welche Weise Mors in den Schloßpark gelangt war, wußte niemand. Möglicherweise hatte er eine kleine Flugmaschine benutzt, die er an Bord des Luftschiffes mitzunehmen pflegte.

Jedenfalls befand sich der geheimnisvolle Mann noch vor Anbruch des Tages auf dem riesigen lenkbaren Luftschiff, das sich auf der Stelle in ungeheure Höhen erhob. Dann fuhr der Koloß mit äußerster Maschinenkraft nach Osten.

Kapitän Mors hatte an seinem lenkbaren Luftschiffe noch einige Verbesserungen angebracht.