Der Herrscher ging mit großen Schritten im Saale auf und ab.
„Warum mußte ich das erleben?“ sprach er, sein ergrautes Haar flüchtig im Spiegel betrachtend. „Warum konnte ich nicht in der Gruft meiner Vorfahren ruhen? Jetzt muß ich den doppelten Untergang der Erde mit ansehen. Es ist fürchterlich, es ist entsetzlich. Die Empörung droht nicht allein in unserem Lande, sondern auch in allen Kulturstaaten der Welt.“
Plötzlich blieb der Herrscher stehen.
„Du willst mir noch etwas sagen,“ sprach er zu dem Prinzen. „Ich sehe es Dir an, Du hast noch etwas auf dem Herzen. Sprich, ist es etwas Wichtiges?“
„Es ist allerdings etwas Wichtiges,“ lautete die Antwort. „Aber ich bin überzeugt, daß der Vorschlag, den ich machen könnte, mit Entrüstung zurückgewiesen wird.“
„Wie — was?“ rief der Herrscher erregt. „Zurückgewiesen? Ist es ein Vorschlag, der die Katastrophe verhindern könnte?“
„Das kann ich nicht sagen,“ erwiderte der Prinz. „Aber es würde der letzte Zweifel beseitigt werden. Ich habe ja immer noch eine ganz schwache Hoffnung, daß das Fürchterliche vermieden wird. Aber die Menge denkt nur an den drohenden Untergang der Erde, die Massen sind in Verzweiflung, sie wollen noch einmal ihr Dasein genießen.“
„Rede, rede,“ rief der Herrscher, dessen Stimme leise zitterte. „Noch könnte ich mit der Militärmacht den Aufruhr einige Zeit niederhalten, und das wird auch in anderen Kulturstaaten gelingen. Sprich, sprich, was bedeuten Deine geheimnisvollen Worte?“
„Darf ich reden, ohne daß ich in Ungnade falle?“ fragte der Prinz mit gedämpfter Stimme. „Darf ich?“
„Alles, alles,“ rief der Herrscher, „was Du willst! Ich erlaube es Dir, ich gebiete es Dir sogar. Es ist sicherlich etwas Seltsames.“