Meine Wirtschaft muß sehen, wie sie ohne mich fertig wird; ich darf vor 10 Uhr nicht aufstehen, dann muß ich warme Bäder nehmen. Juma hat das Plätten hübsch gelernt, er stärkt und plättet die Kragen ganz schön. Das ist ein großer Luxus, der hier, wo alles „ungeplättet“ einhergeht, berechtigtes Aufsehen macht. Die Herren wollen sich nun auch Plätteisen von der Küste kommen lassen. Sergeant Hammermeister ist gestern auf Urlaub nach der Küste abgegangen; wir werden den tüchtigen Mann alle vermissen; Tom schätzte ihn sehr als äußerst zuverlässigen Unteroffizier, und dann war er, was für unsere Verhältnisse besonders ins Gewicht fällt, ein tüchtiger Landwirt, dessen Umsicht wir für den Erfolg unserer Weizenernte viel verdanken, und — last not least — das Schweineschlachten und Wurstmachen verstand er großartig. Feldwebel Richters Wunde eitert noch, Unteroffizier Schubert liegt wieder an Lungenentzündung, den Feldwebel Merkl hat Herr v. der Marwitz mitgenommen, so ist die Kompagnie ohne Unteroffiziere, und Tom und Leutnant Kuhlmann besorgen den Dienst allein. Gestern brachte Farhenga einen Mhehe aus Quawas Anhang mit 14 Weibern und Kindern an.
1. Juli 1898.
Heute haben wir den Tischler Wunsch beerdigt. Binnen 1½ Jahr schon der dritte Europäer, der dem Fieber erlegen — alle drei junge, kräftige Leute. Sie alle haben sich die Krankheitskeime auf den Märschen durch die sumpfigen Niederungen geholt, denn die Lage von Iringa ist anerkannt gesund und vor allem fieberfrei. Der Tod war für den armen Mann eine Erlösung. Ich habe ihn täglich besucht, er war mir so dankbar dafür: nur in den letzten zwei Tagen vor seinem Ende konnte ich seine furchtbaren Qualen nicht mehr mit ansehen, die ihm doch niemand erleichtern konnte! In den neun Jahren, die er in Afrika zubrachte (er war als Laienbruder der katholischen Mission herübergekommen), hat er siebenmal Fieber gehabt, d. h. perniziöses Fieber; die gewöhnlichen Fieberanfälle werden ja nicht gerechnet. Sein Tod wurde durch ein Geschwür herbeigeführt, welches sich nach dem letzten Fieberanfall am Ohre bildete und schließlich bis auf die Kinnladen ging, so daß der Ärmste weder essen noch trinken konnte. Der neue Pater Superior der Mission, Severin, hielt ihm die Grabrede. Das Begräbnis war sehr feierlich.
Mit Pater Severin kam zugleich ein neuer Bruder, der mit dem bisherigen Superior, Pater Ambrosius, in Ubena eine Missionsstation gründen soll.
Station Mlangali.
(Zu [S. 173].)
Der erste Pflug im Lande Uhehe.
(Zu [S. 172].)
Am 23. vorigen Monats traf von Herrn v. Kleist eine Anzahl Obstbäumchen ein, die er uns zum Geschenk machte; sie waren sehr sachgemäß verpackt, und wir hoffen, daß der größte Teil davon trotz des weiten Transportes gut fortkommen wird. Wir gaben die Bäumchen nach Dabagga, weil sie in unserm Garten doch vielleicht nicht so gut gediehen wären, wie unter der fachmännischen Pflege unserer landwirtschaftlichen Versuchsstation.