Sag nicht: ich lebe jetzt, ich sterbe morgen. Teile nicht die Wirklichkeit ein in das Leben und den Tod. Sag: jetzt lebe und sterbe ich.
Erschöpfe in jedem Augenblick die positive und negative Ganzheit der Dinge.
Die Herbstrose dauert eine Zeit; jeden Morgen öffnet sie sich; jeden Abend schließt sie sich.
Gleiche den Rosen: öffne deine Blätter dem Zerpflücken der Wollüste, dem Zerstampfen der Schmerzen.
Daß jede deiner Ekstasen in dir sterben solle, jede Wollust zu sterben verlange.
Daß jeder Schmerz in dir das Niederlassen eines Insektes sei, das wieder auffliegen wird. Schließe dich nicht über dem nagenden Insekt. Werde nicht verliebt in diese schwarzen Laufkäfer.
Daß jede Freude in dir das Niederlassen eines Insektes sei, das wieder auffliegen wird. Schließe dich nicht über dem saugenden Insekt. Werde nicht verliebt in diese goldenen Glanzkäfer.
Daß alle Einsicht leuchte und erlösche in dir die Dauer eines Blitzes.
Daß dein Glück geteilt sei in Wetterleuchten. So wird dein Teil Freude gleich sein dem der andern.
Betrachte das Universum atomistisch.