— Nimm das zuerst, sagte eine Kleinmädchenstimme. Gib acht: es ist zerbrechlich. Nachher hilfst du mir.
Ein feiner Regen fiel gleichmäßig auf die ausgehöhlten Felsen, die tiefe Bucht, und durchsiebte die zurückfließenden Wellen am Klippenrand. Der Fischerjunge, der an der Einzäunung aufpaßte, kam näher und sagte ganz leise:
— Komm doch du zuvor, beeil dich.
Das Mädchen rief:
— Nein, nein, nein! Ich kann nicht. Nimm das Papier. Ich will die Sachen, die mir gehören, mitnehmen. Egoist! Egoist! Mach! Ganz naß läßt du mich werden.
Der Junge verzog den Mund und griff nach dem Päckchen. Das feucht gewordene Papier zerriß, und in den Schmutz rollten gelbe und violette mit Blumen bedruckte Seidenstückchen, Samtbändchen, eine kleine Puppenhose aus Batist, ein hohles goldenes Kreuz mit einem Schloß und eine ganz neue Spule roter Faden. Die Kleine kam über den Zaun; sie zerstach sich ihre Hände an den harten Astspitzen, und ihre Lippen bebten.
— Da hast du’s, sagte sie. Du bist so eigensinnig. Alle meine Sachen sind verdorben.
Die Nase ging in die Höh, die Augenbrauen zogen sich zusammen, der Mund wurde breit — und das Mädchen fing zu weinen an:
— Laß mich, laß mich. Ich will dich nicht mehr sehen. Mach, daß du fortkommst. Du bringst mich zum Weinen. Ich will zurück zum Fräulein.
Dann suchte sie traurig ihre Sachen zusammen.