— Gut, so geht doch, sagte Madge ganz leise.

Die kleine Türe der Mühle knarrte. Madge sah die zitternden Ohren des Esels, und wie er vorsichtig seine Hufe aufs Gras setzte. Ein voller Sack hing ihm auf dem Rücken. Der alte Müller und sein Knecht stießen ihn ins Hinterteil. Alle drei stiegen sie den gefurchten Pfad hinunter. Madge blieb allein, den Kopf durch die Dachluke hinausgestreckt.

Als ihre Eltern sie eines Abends auf dem Bauch liegend im Bett gefunden hatten, den Mund voll mit Sand und Kohle, da hatten sie einige Ärzte um Rat gefragt. Die meinten, man solle Madge aufs Land schicken, damit ihre Arme, Beine und Rücken müde würden. Aber seitdem sie in der Mühle war, flüchtete sie sich gleich bei Sonnenaufgang unter das kleine Dach und sah dem sich drehenden Schatten der Flügel zu.

Plötzlich fuhr ihr ein Zittern durch den ganzen Leib. Jemand hatte den Türriegel zurückgeschoben.

— Wer ist da? fragte Madge durch die Luke im Boden.

Und sie hörte eine schwache Stimme:

— Ob ich etwas zu trinken haben könnte: ich habe solchen Durst.

Madge schaute durch die Leitersprossen. Es war ein alter Bettler von der Straße. Er hatte ein Brot in seinem Bettelsack.

— Er hat Brot, dachte Madge; schade, daß er nicht Hunger hat.

Sie liebte die Bettler, wie die Raben, die Schnecken und die Kirchhöfe, mit einem gewissen Grauen.