— Dort unten, sagte sie, ist der große Teich. Daraus können die Armen trinken.

— Wir sind keine Tiere, sagte der Alte.

— Nein, aber unglücklich seid Ihr. Wenn Ihr hungrig seid, ich stehle ein bißchen Mehl und geb es Euch. Mit Wasser aus dem Weiher könnt Ihr Euch am Abend dann Teig machen.

— Rohen Teig! sagte der Bettler. Man hat mir ein Brot gegeben, Fräulein, ich danke schön.

— Und was würdet Ihr tun, wenn Ihr kein Brot hättet? Wenn ich so alt wäre, ich würde mich ertränken. Die Ertrunkenen sollen sehr glücklich sein. Sie sollen sehr schön sein. Ihr tut mir sehr leid, armer Alter.

— Gott sei mit Ihnen, gutes Fräulein, sagte der Alte. Ich bin recht müde.

— Und Ihr werdet Hunger haben heute Abend, rief ihm Madge nach, während er den Hügel hinabstieg. Nicht wahr, mein Lieber? Ihr werdet Hunger haben? Da müßt Ihr Euer Brot essen. Müßt es in das Teichwasser tauchen, wenn Eure Zähne schlecht sind. Der Teich ist sehr tief.

Madge horchte den Schritten nach bis sie verklangen. Sie zog leise das Brot aus dem Mehl und betrachtete es. Es war ein Stück schwarzen Bauernbrots, jetzt ganz mit Mehl bestaubt.

— Puh! machte Madge. Wenn ich arm wäre, würde ich in den schönen Bäckerläden weißes Brot stehlen.

Als der Müller heimkam, lag Madge auf dem Rücken, mit dem Kopf im Mahlkorn. Sie drückte das Brot an die Brust mit beiden Händen; und mit vortretenden Augen, aufgeblähten Wangen, ein Stückchen violetter Zunge zwischen den zusammengepreßten Zähnen, versuchte sie das Bild nachzuahmen, das sie sich von einem Ertrunkenen machte.