Nach der Suppe sagte Madge:

— Nicht wahr, Meister, vor langer, langer Zeit einmal lebte ein ungeheurer Riese in dieser Mühle, der sein Backmehl aus Menschenknochen mahlte.

Der Meister sagte:

— Das sind Märchen. Aber unter dem Hügel da sind Zimmer aus Stein, die wollte mir einmal so eine Gesellschaft abkaufen, um sie auszugraben. Aber lieber reiße ich meine Mühle nieder.

Die sollen nur ihre alten Gräber in ihren Städten aufgraben. Das fault genug.

— Das muß geknackt haben, und wie! Tote Menschenknochen, sagte Madge. Mehr als Ihr Korn, Meister. Und der Riese buk sehr gutes Brot daraus, und er aß es — ja, er aß es.

Jean, der Knecht, zog die Schultern hoch. Das Ächzen der Mühle hatte aufgehört. Der Wind blähte die Flügel nicht mehr. Die beiden runden Steintiere hatten zu streiten aufgehört. Das eine ruhte still an dem andern.

— Jean sagte mir einmal, begann Madge wieder, daß man die Ertrunkenen auffinden kann mit einem Stück Brot, in das man Quecksilber getan hat. Man macht ein kleines Loch in die Rinde und schüttet es hinein. Dann wirft man das Brot ins Wasser, und es bleibt stehen, gerade über dem Ertrunkenen.

— Was weiß ich, sagte der Müller. Das ist keine Beschäftigung für ein junges Fräulein. Was sind das für Geschichten, Jean!

— Fräulein Madge hat mich darum gebeten, antwortete der Knecht.