— Seh doch einer! rief Mahot. Das Fräulein! Und deine Schleuse?
— Morgen in der Frühe werden wir’s sehen. Der Papa wäre nicht erfreut.
— Ist man im Schwänzen groß geworden? frug der Indier.
Die kleine Stimme sagte gar nichts mehr, und das schmale blasse Gesichtchen verschwand in der Hütte.
Die Nacht schloß die Mauern des Kanals. Das grüne Wasser stieg an den Toren der Schleuse hinauf. Man sah nichts als den Schimmer einer Kerze hinter den weißen und roten Vorhängen des Häuschens. Das Wasser schlug regelmäßig gegen den Kiel, und die Barke stieg schaukelnd höher. Kurz vor Tagesanbruch knirschten die Haspeln, die Ketten rollten auf, und durch die offene Schleuse zog das Boot weiter, von dem kleinen atemlosen Remorqueur geschleppt. Als die runden Fenster die ersten roten Wolken widerstrahlten, hatte die Barke schon diese trostlose Landschaft verlassen, wo der kalte Wind über die Brennesseln faucht.
Den Indier und Mahot weckte das zarte Plaudern einer Flöte, die sprach, und der kleinen Schläge gegen die Scheiben.
— Die Spatzen haben es heute nacht kalt gehabt, Alter, sagte Mahot.
— Nein, sagte der Indier, es ist eine Spätzin: die Kleine von der Schleuse. Sie ist da, wahrhaftig! Der Racker!
Sie konnten sich des Lachens nicht enthalten. Das kleine Mädchen war ganz rot vom Morgen und sprach mit seiner schmächtigen Stimme: Ihr habt’s mir erlaubt, daß ich morgen früh komme. Jetzt ist morgen früh. Ich geh mit euch in die Sonne.
— In die Sonne? sagte Mahot.