— Sicher? wiederholte das kleine Mädchen. Lügner! Ich weiß es ganz gut. Na!

Der Indier hob die Schultern:

— Brauchst deshalb nicht Hungers sterben. Komm deine Suppe essen, Kleine.

Und durch die grauen und grünen Kanäle, die kalten und milden, leistete ihnen die Kleine Gesellschaft auf der Barke, in Erwartung des Wunderlandes. Das Boot fuhr braune Felder entlang, auf denen die kleinen, grünen Halme standen, und das magere Strauchwerk bekam Laub; und die Saat wurde gelb, und die Klatschrosen bogen sich wie rote Becher gegen den Himmel. Aber die Kleine wurde nicht mit dem Sommer lustig. Zwischen den Blumentöpfen saß sie, während der Indier und Mahot mit den Bootshaken hantierten, und dachte, man habe sie betrogen. Wohl warf die Sonne ihre lustigen runden Flecken durch die kleinen Scheiben auf den Boden und kreuzten die Eisvögel über dem Wasser und die Schwalben — doch sie sah keine Vögel, die auf den Blumen leben, noch Trauben, die an den Bäumen hinaufklettern, noch dicke Nüsse voll Milch, noch Frösche, die wie Hunde sind.

Die Barke war im Süden angekommen. Die Häuser an den Kanalufern standen in Blättern und Blüten. Die Türen krönten rote Paradiesäpfel, und vor den Fenstern hatte die blaue Beißbeere Vorhänge aufgemacht.

— Das ist alles, sagte eines Tages Mahot. Jetzt werden wir bald die Kohlen ausladen und heimkehren. Der Papa wird froh sein, nicht? Die Kleine schüttelte den Kopf.

Und am Morgen, die Barke war noch vertäut, da hörten sie wieder kleine Schläge gegen die runden Scheiben, und — Lügner! rief eine kleine, feine Stimme.

Der Indier und Mahot traten aus dem kleinen Haus. Ein schmales bleiches Gesicht wandte sich ihnen zu, drüben auf dem Ufer; und die Kleine rief wieder, und wieder, während sie landeinwärts lief:

— Lügner! Ihr seid alle Lügner!

Die Wilde