Es gibt keine Ähnlichkeiten in dieser Welt, und es gibt für uns kein Erinnern.
Alles ändert sich ohne Unterlaß, und wir haben uns gewöhnt an die Änderung.
Darum brennen wir an jedem Abend an einem andern Ort ein Feuer; und am Feuer erfinden wir für das Vergnügen des Augenblickes die Geschichten von Zwergen und lebenden Puppen.
Und wenn das Feuer erloschen ist, faßt uns eine andere Lüge; und wir sind voll Freude und staunen.
Und am Morgen erkennen wir nicht mehr unsere Gesichter: vielleicht daß die einen nach der Kenntnis der Wahrheit verlangt haben, die andern sich nur noch an die Lüge vom Vortag erinnern. So ziehen wir durch die Lande, und man kommt in Scharen zu uns, und die uns folgen, werden glücklich.
Als wir noch in der Stadt lebten, zwang man uns zur ewig selben Arbeit und wir liebten die ewig selben Menschen; und die gleiche Arbeit machte uns müde, und wir waren untröstlich, die, die wir liebten, leiden und sterben zu sehen.
Und unser Irrtum war, so im Leben stehenzubleiben und unbeweglich alles rollen und sich bewegen zu sehen, oder zu versuchen, das Leben festzuhalten und uns eine ewige Bleibe in fallenden Ruinen einzurichten.
Aber die kleinen lügnerischen Lampen haben uns auf den Weg des Glückes geleuchtet.
Die Menschen suchen ihr Glück in der Erinnerung und widerstehen dem Leben und berauschen sich an der Wahrheit der Welt, die nicht mehr wahr ist, da sie Wahrheit geworden.
Sie betrüben sich über den Tod, der nichts sonst ist als das Bild ihres Wissens und ihrer unumstößlichen Gesetze; sie beklagen sich, daß sie schlecht in der Zukunft gewählt haben, die sie nach vergangenen Wahrheiten berechnet haben, oder sie wählen vergangene Wünsche.