Behüt' uns, HErr, in dieser Nacht;

Bewahr' uns, HErr, vor allem Leid,

Gott Vater der Barmherzigkeit.

Gedenk', o HErr, der schweren Zeit,

Darin der Leib gefangen leit;

Die Seele, die Du hast erlöst,

Der gib, HErr JEsu, Deinen Trost.«

Allen war es leid, als im Herbst das Schlößchen wieder leer stand. Grete aber brummte wieder einmal ernstlich, daß der Bruder in allem Wind und Wetter zweimal die Woche zur Stadt wanderte, um Annchens Unterricht fortzusetzen. Hatte das Kind nicht schon übergenug gelernt? Und wie lange blieb er aus! Was konnte einem so schwachen, weltfremden Menschen nicht alles passieren, wenn er noch nach Sonnenuntergang auf der Landstraße wandelte! Als sie ihn aber darüber zur Rede setzte, sprach er lächelnd:

»Ob ich schon wanderte im finstern Tale, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir; Dein Stecken und Stab trösten mich.«

Ja, das klang lieblich! Er redete jetzt öfter in dieser Weise, als sei er ein Dichter geworden. —