– Dir, dir gehören sie? Ja, was gehört denn überhaupt Dir? Du stiehlst. Du stiehlst Mutter das Geld aus der Tasche. Sollen die Handschuhe vielleicht Dir gehören? Und diese Rosen? –

Ruth dachte: Er nimmt mir alles. Alles. Aber er hat eine wohlgefüllte Geldbörse in der Tasche. Kupfergelb, silberweiß, blaue Scheine. Nur die Rosen soll er nicht nehmen, die Rosen nicht. Wenn er wirklich danach greift –

Sie war umgeben von einer schwarzen, kochenden Masse. Und erstickt griff sie nach dem Brotmesser auf dem Tisch und schleuderte es –

Ein Kreischen, ein Stoßen –

Sie war allein in ihren Zimmer.

Von der Straßenlaterne strömte weißgelbes Licht herein. Aber der Zorn tanzte noch in kochend schwarzen Klumpen um sie herum, würgte die Kehle, machte ihre Hände gierig.

Sie fuhr hinein in die blassen Fensterscheiben. Mitten durch.

Aus ihrer Handfläche quoll es langsam heraus, dunkelrot. Sie war ganz ruhig.

Aus immer mehr Stellen heraus, immer mehr. Das Blut fiel zu Boden, langsam, in dicken Tropfen.

Und ihre Augen wurden satt.