Ruth dachte: Vaters arme Zeichnungen.

Und dann im Herbst waren sie verlobt. – Mutters Stimme brach fast ab. – Ganz richtig verlobt. Natürlich geheim. Aber er kam alle Tage zum Abendessen und war mit Richard eng befreundet. Richard hätte damals in ein Ministerium kommen können. Ach, es war herrlich ...

Mutter schwieg. Ruth fragte: – Nun, und? ... Und nichts.

– Was heißt das?

– Die Verhältnisse.

– Die Verhältnisse also, das heißt, daß Vater kein Unternehmer war, daß ihr geschwindelt habt.

– Ruth, was sagst du mir da? Mir, die ich immer dem Glück meiner Kinder gelebt habe. Richard sollte dich hören. Ja Richard überhaupt ... Wir fuhren zu Weihnachten in das Gebirge. Du hattest Keuchhusten. Erinnerst du dich –

– Ja, da war der Tierarzt.

– Richtig. Nun und wenn Richard nicht so energisch aufgetreten wäre. Martha war zu jeder Dummheit bereit. Der Landtölpel –

Ruth sah vor sich den bärenhaft trotzigen Menschen, mit den zarten Händen und der Bauernsprache, auf dessen Rücken sie oft genug geritten war.