»Nein, nie im Leben!« versicherte Aennchen, beinahe ebenso tief bewegt, »ich werde immer in Gedanken bei dir sein und dir täglich Briefe in Tagebuchform schreiben. Verlaß dich darauf, Liebling.«
»Die Billets, meine Herrschaften!« scholl die Stimme des Schaffners dazwischen, die Freundinnen wurden getrennt, beide griffen nach ihren Täschchen, der Mann nahm die Billets und schlug die Thür zu, ein lautes, grelles Pfeifen der Lokomotive, die Glocke läutete zum drittenmal, Aennchens Brüder schwenkten die Mützen und riefen: »Hurra, nun geht’s auf die Hochschule!« Die weißen Tücher flatterten im Winde und im raschen Flug entführte der Bahnzug die Mädchen dem neuen Lebensziel entgegen.
Welches die Schicksale der drei Freundinnen in den weiteren Jahren waren, das werde ich meinen jungen Leserinnen ein andermal berichten.
Druck von Maschning & Kantorowicz, Berlin S., Gneisenaustr. 41.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Lange Folgen von Gedankenstrichen wurden auf eine einheitliche Länge gekürzt.
Korrekturen:
S. 132: son → schon
und gutem Ausdruck [schon] eine Anzahl