»Sehr gut!«

»Aber sie scheint keinen Appetit zu haben!«

»Sie wird gestern Abend zu viel gegessen haben!«

Fräulein Hartwig wandte sich kopfschüttelnd von Friederike ab. Sie hatte die gemessene, kaltherzige Art des Mädchens nie gemocht und auch einmal zu der jungen Frau eine Bemerkung darüber gemacht. Diese hatte bekümmert ausgesehen und in gedrücktem Ton erwidert, ihr Mann habe Friederike gemietet, weil sie gute Zeugnisse besitze und ihm geeignet scheine.

»Thut dir etwas weh, Liebling?«

»Die Stirn ein bissel!«

»Willst du zu Tante auf den Schoß?«

Erna nickte und ließ sich willenlos emporheben. Sie lehnte das Köpfchen gegen Fräulein Charlottens Brust und schloß die Augen.

»Das ist doch kein gesunder Zustand bei einem Kinde, wie dies, das sonst lauter Lust und Lachen ist und aus dem Laufen und Springen nicht herauskommt! Wie heiß das Köpfchen sich anfühlt! Was meinst du, Mäuschen, möchtest du denn in dein Bett?«

»Weiß nimmer.«