»Überlaß es der Zeit, bis die Blumen von selber aufbrechen –«

Sehen vielleicht so – die aufgeblühten Rosen aus?

Warum noch dies ewige Zagen und Beben? Ein Kind geht nicht und blickt nicht, wie sie es tut! Jetzt ab und los! Jetzt frage ich nicht mehr herum bei Mutter und großen Brüdern. Hei, wie der Schnee voll Blumen steht! Seht Ihr's nicht? Fitzliputzli, mein Brauner, mein braver Junge – was? Das war ein Reiten heut! Du weißt von den Blumen auf dem Schnee, ja?

Er hatte die Zügel durch den lahmen Arm gezogen. Mit der rechten Hand griff er sich jetzt, weil er kaum wußte, wohin mit seinen Gliedern, so grundlos und wildfroh an den Kopf, daß sich die Mütze ihm verschob und er ein lächerlich lustiges und verwegenes Aussehen bekam.

»Fräulein Fritzchen, kennen Sie noch meinen Fitzliputzli?«

So fängt man gewöhnlich keine Liebeserklärungen an, aber es kommt manchmal nicht auf den Anfang an, wenn der Schluß nur taugt. Aber hier war der Schluß noch schlechter wie der Anfang.

»Ja«, sagte sie, »den kenn' ich natürlich noch. Er hat sich doch immer mit Möt gebissen, als wir zusammen ritten.«

»Hat er das? Ja, richtig! Dann ist er ein ganz dummer Affe. Ein Pferd muß seines Herrn Gefühle nachfühlen. Das vergeb' ich ihm nie. Ich werde von nun an auf Frithjof reiten, den hat Gregor früher gehabt, der ist feinfühliger.«

Warum ist sie so still geworden, das wilde Ding? dachte er.

»Wenn Sie wissen wollen, an was ich die ganze Zeit gedacht habe, als ich fort war, auch als ich mir das Handgelenk verknaxte, auch wenn der Schinderhannes, der Doktor, mich massiert – dann will ich es Ihnen sagen.«