Die Sache ist nicht am Ende. O, wäre sie es! Was steht noch alles bevor! Ich kann es nicht vermeiden, was nun kommt. Sie glaubt an mich. Sie kennt keine Schwäche und keine Kälte. Sie ist in jeder Stunde das, was sie wirklich ist, nicht nur ein abgeblitzter Funke ihrer selbst.
Was noch bevorsteht, ist dieses: Ich muß sie an die Hand nehmen – ich sie! und das ist mein Büßen – und sie durch das dunkle Tal menschlicher Kompliziertheiten führen, das sie noch nie gesehen hat. Ich muß das Grauen und die Verachtung in ihren Augen wecken. Das muß ich tun. Sie muß mich als Schwächling und Egoisten sehen. Wenn sie weniger unwissend, stark und einfach wäre, könnte sie auch die feineren Fäden sehen. So wird sie es nicht, und es ist nicht meine Sache, es sie zu lehren. Ich kann an ihrer Verachtung und ihrem Grauen nichts ändern.
Hans Henning – das ist Art von ihrer Art. – Warum soll das nicht werden?
Er stand auf, ging durchs Zimmer und setzte sich wieder. Am blassen Himmel war die Sonne fortgegangen, man sah kaum wohin, so gleichförmig fade und weißgrau legten sich die Wolkenstreifen darüber.
Warum soll das nicht werden?
So laß sie beide doch – und gib der Vernunft Raum und sei kein Narr, der eine schlechte Tat auf die andere häuft.
Ja ja, so ist es gut. Keiner braucht sich dabei das Genick zu brechen.
Aber ich, der ich nur die Hand zu öffnen brauche, wo andere kämpfen und ringen, ich soll als der einzig Hungrige vom Tische aufstehen? –
Ich will es ja so! Ich will den Wein nicht. Warum kann man ihn nicht umstoßen, daß auch andere nicht zu trinken brauchen? Das Königlichste auf Erden ist Verschwendung.
Was ist das? Bewegt sich da etwas in der Ofenecke hinter dem Schlot? Diener der Kirche, kennst Du denn nicht die grinsende Fratze?