Laß das Bäuerchen schreien, so viel es will. Es hat hier wohl auf einen heißen Grog gehofft.
»Da, Michel, nun kannst Du auch wieder fahren.«
»O je, o je – nee, de Geschicht' begriep ick mien Läwdag nich –«
»Ich habe Dich nicht umgeschmissen, nun schmeiß Du mich auch nicht um«, sagte Gregor. Er hatte nicht Lust, um diese Sache nun noch naß zu werden.
Wenn der dumme Junge zur Ruhe gekommen ist, wird sich schon alles arrangieren, dachte er.
* * *
Danach kam der Dienstag Morgen. Die Sonne schien wieder, aber blaß aus blassem, nichtssagendem Himmel. Der Ostwind strich scharf durch die kahlen Bäume, in der Nacht war der Schnee von gestern abend festgefroren.
Gregor hatte einen schweren Kopf. Er saß am Schreibtisch, um eine wissenschaftliche Arbeit für eines der theologischen Blätter zu beenden, für die er hin und wieder schrieb. Aber er konnte heute nicht. Man räumt auch erst bei sich zu Hause auf, ehe man anderen Leuten die Stühle und Tische für dieses Lebens Gebrauch zurechtstellt.
Aber er hatte von dieser unpersönlichen Arbeit Klärung und Beruhigung erwartet, die blieb nun völlig aus.
Daß ich mich mit dem Kinde nicht verbinden kann, ist mir jetzt ohne Zweifel, dachte er. Es ist meine Schmach und Erniedrigung, daß ich dies für ein paar tolle Viertelstunden vergaß. Ein boshaftes Geschick oder eine absonderliche Schwäche meiner Nerven ließ mich zweimal in derselben Sache einen so argen Fehlgriff tun. Bei der kleinen Durchlaucht war es vielleicht schlechter, berechnender. Ich hätte schon ihr Gemahl werden wollen, was tat mir ihr süßes Schmachten zu Leide? Bei diesem Kinde – ach, da kann ich nur bitten: Erscheine mir nicht! Bleib fern, damit ich so stark und kühl bleibe, wie ich muß.