»Nein.«

Ihre Blicke verwirrten sich einen Moment und wurden völlig leer, so daß ihn ein kurzes Grausen und gleich darauf ein unendliches Mitleid faßte. Er griff nach ihrer Hand und zog sie sanft an sich.

Die Versuchung für ihn war überwunden.

»Es war eine sehr süße und holde Täuschung«, sagte er. »Wir kommen beide wohl darüber fort.«

Was hatte er ihr doch erklären wollen von der komplizierten Maschinerie seines Seelenlebens? Ach, vor diesen Augen versagen noch ganz andere und viel einfachere Erklärungen. Da steht der schlichte, große, starke Menschenjammer vor dem ganzen Prunk der analytischen Erklärungskunst, und die Kunst fällt zusammen und wird zum Häuflein Schmutz.

Das Leben aber wendet sich und geht hinaus.

»Adieu, Gregor.«

Sie geht hinaus. Es sind nur Minuten verstrichen, wieder klinkt das Gartentor. Sie trägt den Kopf geneigt, wie ein freier Vogel, den man angeschossen hat, sie schleppt ihre Füße.

Ach ja, das wird ein saurer Gang.

Er, der Pfarrer, steht in seinem Zimmer. Er ist nicht zum Sklaven und zum Verräter der eigenen Kraft geworden. Er hat gebüßt, was zu büßen war.