Sieh, der Rauch schreibt eine schwarze wunderliche Schrift an die bleierne Wand. Lies sie nur schnell, es sind schon wieder andere Formen. O dies Fließende, Ziehende, Vergehende, ewig Neue!
Wie soll das Kind am Turmfenster nicht den Wind lieben? Er baut ihm ja Märchen und Geschichten am Himmel auf, er spielt mit ihm so wunderbare Spiele. Mit ihm allein, für es ganz allein, denn wer sieht sonst dahin? –
»Aber Fritzchen, Du träumst ja immer noch! Wie weit ist denn Dein Thème? Was, noch keine Zeile weiter? Na warte, Du faules Kind, jetzt gebe ich Dir die doppelte Arbeit auf!«
Ach, Fräulein Miller – sehen Sie denn die Wolken nicht? Freilich, Fräulein Miller trägt einen Kneifer und hat schwache Augen. Armes Fräulein!
»Ja, jetzt will ich auch die doppelte Arbeit machen!«
Das Fritzchen hat sich so voller Farben und Wunder getrunken, daß es auch die dreifache Arbeit leicht gemacht hätte.
Und zu Weihnachten geht's übers Moor!
»Weeste, der Weg übers Moor ist hundeschlecht, hat der Herr gesagt. Fahr' Du man die Fräuleins um die Eiche 'rum, sonst steckt Ihr am End' noch alle drin wie die Dummen.« Also sprach Jakob zu dem Kutscher, der mit der alten Halbchaise vor der Rampe hielt.
Trostlos war das Wetter. Regen mit Schnee fuhr durch die Luft daher, klatschte auf das Verdeckleder, schlug dem Kutscher in das verdrießliche Gesicht.
»Auch noch!« fuhr er den Jakob an. »An dreiviertel Stunden Umweg. Du hast schön predigen, kannst in der warmen Stube bleiben. Mir fällt's nicht ein, mögen die Racker sich ins Zeug legen.«