„Nicht wahr? Es ist kaum zu begreifen, und doch gibt es leider gar Viele, die nichts davon wissen wollen.“

„Wie ist es eigentlich mit den großen Abgaben, über die man alle Welt jammern hört? — Läßt sich denn da nichts machen, oder gehört das nicht hierher?“

„Und ob. Auch da wollen wir Rat schaffen. Wir beanspruchen nämlich die stufenweise steigende Einkommensteuer, von der dann alle öffentlichen Ausgaben bestritten werden sollen. Erbschafts- und Vermögenssteuer bleiben, wenn auch anders geregelt, bestehen, hingegen sollen alle indirekten Steuern, die Zölle, überhaupt alle jene wirtschaftspolitischen Maßnahmen abgeschafft werden, welche die Interessen der Allgemeinheit den Interessen einer bevorzugten Minderheit opfern. Das klingt trocken, nicht wahr? Die Anfangsgründe jeder Wissenschaft sind so. Aber wenn man das ABC überwunden hat, macht das Weiterspinnen Freude.“

„Mir scheint Alles ganz klar und einfach. — Freilich, was das Letzte anbelangt, die Abschaffung der zu weit ausgedehnten Vorteile der Bevorzugten, kann ich mir denken, daß Sie auf Schwierigkeiten stoßen.“

„Nun ja, natürlich fehlt es uns nicht an Widerstand, doch wir werden ihn schon brechen. Und im Innern können am Ende auch unsere Gegner, sofern sie denken wollen, die Vorteile einer solchen Reorganisation nicht leugnen.

Dadurch, daß das tote Capital aufhört, das heißt die Aufhäufung der Zinsen zu Unsummen — kommt mehr Geld in Umlauf, wobei die Wohlfahrt des Landes steigt, und jeder Einzelne profitiert.

Für alle öffentlichen Bedürfnisse wird die Gemeinkasse, der Staat sorgen, ebenso für den Unterhalt der Kinder und der Arbeitsunfähigen. Er wird auch das Eigentumsrecht von Grund und Boden an sich bringen, das heißt, es durch Kauf erwerben und die Leute damit belehnen, mit anderen Worten: sie wären gegen mäßige Zinsen Pächter.

Jeder wird für sich selbst arbeiten und nach dem Maße seiner Leistungen entlohnt werden. Keine Millionenerben mehr, und die Zahl der Müßiggänger, der Drohnen wird sinken.“

„Aber“, habe ich da eingewendet, „wird die Freude, der Eifer, zu erwerben, nicht abnehmen, wenn man nicht mehr für seine Kinder, sondern für die Allgemeinheit arbeitet?“

„Das ist Ansichtssache. Vernünftigen Eltern wird jedenfalls der Gedanke, daß ihre Nachkommen durch redlichen Fleiß ihr Schärflein zum Weltbau beitragen, mehr Genugtuung bereiten, als der, daß sie auf der faulen Haut liegen und sich durch vornehmes Nichtstun zu unnützen Gliedern der Gesellschaft stempeln. Im Übrigen wäre ein „weniger auf Erwerb des Mammons bedachter Sinn“ nur wünschenswert, weil dann das Laster „Geiz“ keine so unerquicklichen Dimensionen mehr annähme, wie heute. — Auch die Geldheiraten würden abnehmen und die Liebe als Regentin ein besseres, für das Ideale begeistertes Geschlecht hervorbringen.