„Daß ich in Sie nicht verliebt bin, darauf können sie sich ja verlassen. Überhaupt sind’s nicht bald fertig mit Ihrer Fragerei? Was wollen’s denn?“
„Das.“ Und kaum hatte sie sich’s versehen, umschlang er sie und drückte einen Kuß auf ihre frische Wange.
„Nein, so ein impertinenter Mensch!“ Sie war zuerst ganz starr, dann aber lächelte sie neckisch. Seine Kühnheit imponierte ihr: von nun an zeichnete sie ihn vor den Andern aus, und die Chancen des Gärtnergehilfen Florian sanken immer mehr. Im Gegensatz zu seinem zarten Namen, der ihn schon von vornherein zur Gärtnerei bestimmte, war er die plumpste, unappetitlichste Erscheinung, die man sich nur denken kann. Ein verschwollenes Gesicht, aus dem gelbe Elefanten-Äugerln schimmerten, und ein Paar enorme, purpurrote Tatzen. Unbeholfen in einer Art! Ein wahrhaft lächerlicher Anblick beim Piquiren und anderen Arbeiten, die Geschicklichkeit und leichten Griff erfordern. Aber verliebt bis über die Ohren.
Als er Jungfer Hanni zum erstenmal erblickt, sank er vor lauter Bewunderung so tief in die weiche Mistbeeterde, daß man meinte, er müsse Wurzel fassen, und starrte ihr so voll Entzücken nach, als hätt’ er eine Fee gewahrt.
Er nahte sich ihr schüchtern, in voller Ehrerbietung, und als sie scherzhalber seine Huldigung entgegennahm, ward er kühner. Er verehrte ihr eine Blumensprache, in der die auf seine Leidenschaft bezüglichen Verse rot angestrichen waren.
Jedes Wort aus ihrem Munde versetzte ihn in den siebenten Himmel, und wenn er sie nach Feierabend in der Bügelstube wußte, brachte er ihr die schönsten Ständchen.
„Hannerl, Hannerl, Mädchen ohne Gleichen,
Hannerl, lasse Dich erweichen,
Hannerl, Hannerl, höre doch mein Fleh’n,
Ich liebe Dich, erhöre mich,