„Ja oder nein? Du schweigst?“
„Was sagtest Du eigentlich?“ Er spielte den Begriffsstützigen. „Ich hab’ an ganz was Anderes gedacht.“
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Hannerl hatte sich in den letzten Jahren sehr zu ihrem Vorteil verändert und war eine allerliebste Zofe geworden. Sie hält nicht wenig auf ihr Äußeres, und stets „wie aus dem Schachterl“, richtet das hübsche Ding wahre Verheerungen unter der männlichen Dienerschaft an. Sie trägt vielleicht darum das Stumpfnäschen so hoch und findet es nur natürlich, daß man sie „Fräulein“ tituliert. — Und für Jeden hält sie eine schnippische Antwort bereit. Bisweilen klagt sie auch mit komisch-tragischer Geberde: „Ich hab’ kein Herz“.
Das schreckt indes den Jägerjung nicht ab. Fertel Amselzwitscher scheint seiner Sache sicher. Er wird sie doch erringen; er zweifelt nicht im Entferntesten daran: jedermann kann es lesen in seinem selbstbewußten Blick. Die Mädchen waren immer Alle hinter ihm drein gewesen, und daß gerade diese Eine ihm Widerstand leistet, reizt ihn. — Er, mit seinem „feschen Äußern“, seiner vornehmen Ausdrucksweise, würde sie sich schon gefügig machen. Er spricht das reinste Hochdeutsch und notiert sich jede eigenartige Satzwendung, die er irgendwo gelesen, um sie gelegentlich anzubringen.
„Jungfer Hannerl, beabsichtigen Sie, meine Geduld noch lange auf die Folter zu spannen?“
„Wissen’s, das ist eine Keckheit. Hab’ ich Ihnen vielleicht schon einmal was Dergleichen getan?“
„Unbewußt gewiß. Sie haben so gewissermaßen ein gefallsüchtiges Gesicht. Wie steht es mit Ihrem Naturell? Ich meine, sind Sie sehr, ‚schanschierend‘?“
„Was? Das versteh’ ich nicht.“
„Ob Sie Ihre Neigung häufig wechseln, oder ob Sie gewissermaßen verläßlich sind?“