„Das mag unangenehm berühren — meinethalben — man hat schon so seine Aversionen — ich mag’ wieder den gewissen semmelblonden Typus nicht — aber solcher Äußerlichkeiten halber werd’ ich die Leute nicht verfolgen und verleumden.“

„Du willst mich nicht verstehen. Übrigens, wenn Du so sprichst, wirst Du es Dir in unseren Kreisen gründlich verderben.“

„Das würde ich verschmerzen. Die Überzeugung vor Allem.“

Robert sah meine Tante sprachlos an. Er gehörte zu jenen Schwächlingen, deren Waffe hohle Phrasen, von der Mode, der herrschenden Strömung sanktioniert, einer gesunden Logik nicht Stand zu halten vermögen. Ließ man sich einschüchtern, verlor man die Geistesgegenwart, dann triumphierte er. Widerlegte man hingegen seine Argumente, trat man ihm mit Sicherheit entgegen, dann räumte er beschämt das Feld.

Und plötzlich überkam mich die Lust, auch eine Bemerkung zu machen, ihn in die Enge zu treiben.

„Wenn Dir Rothschild heute eine Million gäbe, was dann?“

„Das fällt ihm gerade ein.“

„Ich glaub’ es auch nicht. Aber gesetzt den Fall, was dann?“

Und da er mir die Antwort schuldig blieb: „Du würdest sie mit tiefem Bückling einstecken, und wenn es sein müßte, dem Juden die Hand küssen.“

„Na hörst Du, Du bist wirklich.“ —