Ich habe lange mein Herz aus dem Laibe gerissen und vor Ihren Füssen geleckt, — sie lachten auf mich u. ich klaube, Sie mögen mich nicht. Eine große betzweifflung für mich, daß das Frailein Johanna böse ist. Ich bin soeben trostlos u. möchte sterben, weil sie nix zu mir gesprochen, denn ich füll mich ganz undschuldig. Ich habe nichts gedahn und Ihnen niemals nie eine Witterede gegeben, und alles mit Freude gedahn, nur daß sie nicht bösse sind. Denn ein bösses Gesicht und nichts rehten, das duht mir Weh, darum bitte ich hochachtungsfohl und mit faltenden Händen nicht bösse sein
Ihr geliebter Florian.“
„Rosen, Tulpen, Nelken, alle diese Blumen welken,
Stahl und Eisen bricht, doch unsere Liebe endet, so hofe ich, nicht.
Sie sind mein einziger Trost, bitte, das werden sie woll einsehen.“
„Nein, so ein Narr“, entschied sie, als sie zu Ende gelesen. „Da Fertl“, und sie schob ihm den Brief hin, „was sagst denn Du dazu?“
„Curaschi muß man haben. Beim bloßen Anschmachten sieht sich nichts heraus. Wenn ich so delikat gewesen wäre — — à propos — wann machen wir denn Ernst?“
„Mußt Dich schon noch eine kleine Weil gedulden. Und jetzt geh, weil ich abräumen muß im ersten Stock.“
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Es gibt Leute, deren Gegenwart kalmierend wirkt, die Ruhe und Frieden bringen und wieder solche, bei denen man die Kampfeslust wittert und unwillkürlich selbst in Harnisch gerät.