Als Monika dann zur angegebenen Stunde das Eßzimmer betrat — etwas ängstlich, wie der Onkel wohl ihre Eskapade aufgenommen — wurde sie bald beruhigt durch das gutmütige Lachen in seinem roten Gesicht.

„Nur immer ran, Marjell,“ rief er Monika entgegen.

Sie kam zögernd näher.

Die Strafe fiel gnädig aus. Ein heftiges Zupfen an ihrem linken Ohrläppchen und ein freundlich gebrummtes: „Na, Du Racker, sei froh, daß Du die Trakehner heil hergebracht hast, sonst — —“

Beim Mittagessen erregte Monikas Riesenappetit das Wohlwollen und die Heiterkeit von Onkel und Tante.

Um Maries Mundwinkel aber zuckte unnachahmliche Verachtung jedesmal, wenn ihrer Cousine noch ein neues „Stückchen Schmorbraten“ auf den Teller geschoben wurde und sie noch einmal um das „wirklich großartige“ Pfirsichkompott bat. Nach Tische zogen sich die Eltern zum Nachmittagschlaf zurück, und Monika bat ihre Cousine um die Erlaubnis, sie in ihre „Privatgemächer“ begleiten zu dürfen.

Die herbe Cousine war etwas günstiger gestimmt durch Monikas wortreiche Bewunderung all ihrer Schätze.

Und wer konnte wohl so bewundern wie Monika! Sie wurde warm und rosig dabei, — sie glühte und strahlte, — sie hob jede Einzelheit hervor: — — „diese Goldleiste, mit der die Tapete abschließt,“ — — und „diese himmlische Vase mit dem Kirschblütenzweig, der auf das blasse Opalglas gemalt ist! Und wie das alles abgetönt ist. Du hast wohl alles selbst angeordnet?“

„Nein, aber der beste Tapezier aus Königsberg hat’s arrangiert,“ sagte Marie wichtig.

„Wie glücklich Du hier sein mußt!“