Er verliebte sich bei einem Aufenthalt in der Landeshauptstadt in die Tochter eines dortigen Universitätsprofessors: die schöne Mali.

„Die schöne Mali“ hieß hauptsächlich darum so, weil ihre Schwestern gar so häßlich waren.

Vier Schwestern hatte sie, die waren unsinnig gebildet, und es ging die Sage von ihnen, daß sie ihrem Vater bei den schwierigsten Arbeiten halfen, daß sie Latein und Griechisch redeten wie ihre Muttersprache.

Von diesem klassisch gebildeten Hintergrund hob sich die schöne Mali doppelt wirkungsvoll ab.

Statt der philosophischen Gelehrsamkeit besaß sie schöne, dunkle Augen und einen leichten Sinn.

Neben dem blassen Teint der Schwestern wirkten ihre blühenden Farben desto schöner; neben der Schwestern knochiger Größe nahm sich ihre zierliche, geschmeidige Figur doppelt graziös aus — kurz, man konnte sich keine vorteilhaftere Folie denken für die schöne Mali.

Baron Birken, der seinen stark ausgeprägten Adelsstolz auf seinen Reisen, inmitten der internationalen Milieus, zum großen Teile abgestreift hatte, hielt kurz entschlossen um des Professors schöne Tochter an.

Achtzehn Jahre war sie alt, hübsch, temperamentvoll, nicht unbemittelt — kurz, diese Liebesheirat schien ihm außerdem nicht unvernünftig.

Die Ehe war alles in allem weder glücklich noch unglücklich zu nennen gewesen.