Der Baron Birken war keine Siegernatur gewesen, wenn es arbeiten hieß. Er gehörte zu den Leuten, denen man alle guten Eigenschaften zubilligt, solange sie im Besitz von Stellung und Vermögen sind.
Wenn sie auf den Höhen des Lebens stehen, scheinen diese Leute in eine Waffenrüstung gekleidet, geschützt und umpanzert, bewehrt und bewaffnet mit gutem Stahl, aber das sind Turnierwaffen, glänzende Nichtigkeiten, machtlos wie Pappschwerter, wenn es kein Turnier mehr gilt, sondern eine Schlacht, die Schlacht des hartgrinsenden Lebens.
Was half es Birken, daß er ein ausgezeichneter Reiter war, wenn er sich um eine Stellung als Versicherungsinspektor bewarb? —
Was halfen ihm seine tadellosen Manieren, als er dem Chef, der den Posten eines Disponenten zu vergeben hatte, gestehen mußte, daß er von Buchführung keine Ahnung hatte? —
Was half ihm seine Gentleman-Gesinnung, als er nach „Branchekenntnis“ gefragt wurde bei dem Schuhwarenfabrikanten, der einen gut bezahlten Vertrauensposten zu vergeben hatte? —
Die blanken Waffen des Barons Birken waren Kinderspielzeug, als die Not ihn rief. Und er ergab sich, war besiegt, ohne sich gewehrt zu haben, — ein gebrochener Mann!
Seine schönen Hände mit den rosigen, manikürten Fingerspitzen waren nicht von jenen, die zupacken mit tödlich sicherem Griff, waren nicht von jenen, die sich zu trotzig willensstarken Fäusten ballen. Schöne Hände waren es, schöne, nutzlose Hände, nur gemacht, um einen Pferdezügel zwischen den Fingern zu fühlen, ein paar Kartenblätter zu halten, Goldstücke zu verstreuen.
Und diese schönen Hände lernten es, sich zusammenzukrampfen in Not, in tatenloser Verzweiflung.