„So, so,“ die Gestrenge schien besänftigt, „und in welcher Weise gedenken Sie diese Studien zum Wohle der Frauenwelt anzuwenden?“

„Nationalökonomie,“ sagte Monika noch einmal bedeutungsschwer; sie ließ diese rettende Planke nicht mehr los.

Daß sie etwas unklare Begriffe über die Bedeutung dieses Wortes hegte, brauchte Fräulein Doktor ja nicht zu erfahren.

So endete die Unterredung weniger schlimm, als Monika es sich vorgestellt.

Wochen und Monate gingen dahin.

Die Baronin Birken erzählte stolz allen ihren Bekannten, daß Monika studieren solle; sie schrieb es ihren sämtlichen Verwandten.

Frau von Holtz äußerte sich recht mißbilligend über das Studienprojekt. Sie erwähnte, daß ihre Tochter Marie sie auch schon um die Erlaubnis zum Studieren gebeten. Dieser „moderne Unsinn“ schien förmlich eine ansteckende Krankheit zu sein. Sie habe natürlich empört die Erlaubnis verweigert. Die Ungebundenheit der Studienjahre sei mit der Würde und dem Anstand eines jungen Mädchens unvereinbar. —

Marie maulte jetzt die ganze Zeit, daß sie ihren Willen nicht durchsetzen dürfe; sie aber würde unbeirrt ihrer Mutterpflicht genügen und hoffe, den Verwandten schon in nächster Zeit die Verlobung Mariechens mitteilen zu können.