„Er hätte Sarkow so gern noch mal wiedergesehen,“ sagte Monika dann.

„Mama hat ihn ja oft genug eingeladen.“

„Er wollte nicht kommen, solange er... solange er keine... sehr gute Position hatte.“

„Ja, wenn Deine Eltern vernünftiger gewesen wären, könnten sie noch hier sitzen, statt wir,“ sagte Marie.

Monika nickte. „Rechnen konnte Mama ja wohl nicht sehr gut,“ sagte sie kläglich.

„Und wollt’s auch nicht lernen,“ fügte Marie scharf hinzu. „Und von ihrem Manne hätte sie’s auch nicht lernen können. Bei Onkels Art...“

„Ja! Nobel ist der Papa gewesen,“ sagte Monika. Sie warf den Kopf ins Genick wie ein störrisches Pony und ihre Augen leuchteten auf. „Die Trinkgelder, die er gegeben hat!... Wenn er mich mitnahm nach Neustadt oder nach Hahndorf, dann dienerten die Leute dort alle bis zur Erde. Nobel war der Papa!... Er hat kein Portemonnaie getragen, sondern das Geld lose in der Westentasche. Und der Mama hat er gekauft, was sie haben wollte! Und uns!... So schöne Spielsachen wie wir vier hat kein Kind gehabt in ganz Ostpreußen!... Und wie ich vier Jahre alt gewesen bin, habe ich zweiunddreißig Kleider gehabt und ein paar davon sind aus echten Brüsseler Spitzen gewesen.“

„Na, besser klein geflickt und groß gestickt, als umgekehrt!“ sagte Marie und sah an Monikas schäbigem Kleide herunter.

Aber sie machte sich nichts draus.