Er brauchte nicht in die Schule, lebte wie ein Pascha.
Es wurde aufopfernd für ihn gesorgt. Die ganze Zeit gab es Festmenüs.
Seiner geistigen Unterhaltung diente das Leihbibliotheks-Abonnement, das seine Mutter ihm genommen.
Er las täglich zwei bis drei Bände. Und wenn er zum Lesen keine Lust hatte, mußten seine Mutter und Alfred Skat mit ihm spielen.
Wenn er wirklich mal Schmerzen hatte, beruhigte ihn das Morphium bald, und er verfiel dann in einen traumhaften Dusel, der viel Angenehmes hatte.
Der Hausarzt hatte Frau von Birken eine kleine Quantität Morphium und eine Pravazspritze dagelassen, um Heinrich, dessen Anfälle sehr plötzlich eintraten, nicht unnötig lange Schmerzen leiden zu lassen.
Es war jedesmal ein Ereignis, wenn Frau von Birken sich dazu entschloß, die spitze Nadel in Heinrichs Fleisch zu versenken.
„Heinzemännchen, ich kann es nicht. Es bricht mir das Herz, diese ganze, lange Nadel hineinzubohren — das muß Dir ja zu weh tun!“
„Aber mach’ doch endlich,“ stöhnte dann der von Schmerzen gefolterte Kranke unruhig, „schnell! Ich halte es nicht mehr aus!“