„Mama, Du verstehst die Heilkunde wie so’n alter Schäfer! Das kommt doch nicht von der Witterung! Heinz wird sich eben wieder den Magen verdorben haben!“

„Geh’, Du bist herzlos! Heinzemännchen ißt wie ein Vögelchen.“

„Wird’s denn nun endlich mit meinem Morphium?“ rief der Kranke ungeduldig.

„Ja, mein Geliebtes, ja, so schwer wie es mir wird,“ jammerte die Mutter.

Sie entnahm dem kleinen Etui die auf blauem Samt gebettete Spritze.

Monika verließ das Zimmer. Sie hörte von nebenan, wie ihre Mutter das Schicksal anklagte, das sie verurteilte, ihrem geliebten Herzenskind weh zu tun.

Frau von Birken war ganz blaß, als sie einige Augenblicke später aus dem Zimmer kam.

„Ach, es ist zu schrecklich, der arme, liebe, süße Junge. Gewiß so ein unglückseliges Erbteil vom Papa. O, mein Heinzemännchen, mein süßes! Na, jetzt hat er Gott sei Dank wieder vierundzwanzig Stunden Ruhe.“

Aber Frau von Birken irrte sich.