Als sie nach einer Weile Heinrichs Zimmer von neuem betrat, waren seine Schmerzen kaum gelindert.

„Schnell, Mama, noch mehr Morphium.“

„Ausgeschlossen, mein Liebling. Du weißt doch, daß es ein gefährliches Gift ist. Eine einzige Spritze, hat der Doktor gesagt.“

Heinrich wendete sich stöhnend auf die Seite und schwieg.

Aber nach einer halben Stunde forderte er energisch noch eine Spritze.

„Gewiß hast Du bei der ersten alles vorbeigeplempert, Mama. Es tut so rasend weh. Das Morphium hat heute gar nicht gewirkt.“

„Liebling, das geht doch nicht.“

Frau von Birken stockte das Wort auf der Zunge. Ein unartikulierter Schrei brach von ihres Sohnes Lippen. Sein junger Körper wand sich in Qualen. Eine neue Krise schien einzusetzen.

„Mama...,“ würgte er hervor. Eine flehende Gebärde... Seine tastende Hand wies auf die Marmorplatte des Nachttisches, auf dem die kleine Flasche stand mit der farblos hellen Flüssigkeit.