Nach hastigem Abschied eilte sie die Treppen hinunter, der Haustür zu. Da wurde diese von außen geöffnet. Georg Wetterhelm trat ein.

Monika vermochte einen Aufschrei nicht zu unterdrücken. Aber sie faßte sich rasch. Er sollte nicht glauben, daß sie gewußt, daß er heute hierherkam. Daß sie etwa darum hier sei!

So tauschten sie denn ein paar konventionelle Redensarten, dann hielt sie ihm abschiednehmend die Hand hin. Aber er sagte: „Ich begleite Sie ein Stück.“

Er rief den Portier und trug ihm eine Entschuldigung an Frau von Wetterhelm auf; selbst in diesem Augenblicke, wo das Zusammentreffen mit Monika ihn so erschütterte, ließ er eine Höflichkeitspflicht nicht außer acht.

Sie gingen nebeneinander her, auf einem Fußpfade im Tiergarten, dessen Bäume und Sträucher ein erstes knospendes Grün zeigten. Der feuchte und herbe Duft des Vorfrühlings lag in der Luft und stieg aus der feuchten Erde.

Monika war das Herz so schwer; sie sprach gar nicht, ging, den Blick geradeaus gerichtet, neben ihrem Begleiter, der heute auch auffallend wortkarg war.

Endlich sagte er: „Ich reise bald fort.“

Monika erwiderte darauf nichts; sie preßte ihre Fingernägel in die Handflächen, daß sie ins Fleisch drangen, suchte durch diesen körperlichen Schmerz den seelischen zu übertäuben, der in ihr stürmte.