„Ich hatte die Absicht, Ihnen noch Adieu sagen zu kommen,“ sagte Wetterhelm.
Aber gleich darauf veränderte sich der kühle Ton seiner Stimme: „Nein, es ist nicht wahr. Ich wollte nicht mehr kommen. Ich wollte Sie nicht mehr sehen...“
Da hob sie den Kopf zu ihm empor. Die Tränen, die schon so lange in ihren Augen gezittert, rannen nun an ihren langen, tiefdunkeln Wimpern herab, rannen in großen Perlen über die weich gerundeten Wangen.
Und bei diesem Anblick brach in Georg von Wetterhelm sein „Lebensprogramm“ zusammen.
Nicht denken jetzt... nur dieses süße, unglückliche Gesichtchen küssen... dieses schöne, warmherzige Geschöpf in die Arme nehmen... und ihre glühende Jugend fühlen... und ihre glühende Liebe...
„Liebling!“
Er riß sie in die Arme, hielt sie fest umfangen wie mit Eisenklammern, hielt sie fest an sein Herz gepreßt und küßte immer wieder die bebenden roten Lippen, die so herzbewegend stammelten: „Geh’ nicht fort... ach, geh’ doch nicht fort...“
„Nicht ohne Dich, mein Lieb!“
„Ist’s wahr?“ Das war wie ein Jubelschrei.