Es sendet Dir Gottes reichsten Segen

Deine treue Liese.“

Wie gesagt, Wetterhelm fand das ja gewiß ganz nett von der alten Person, aber Monikas Bewegtheit war doch übertrieben!

Auch gab es manchmal kleine Reibereien, weil Monika irgendwelche gesellschaftlichen Förmlichkeiten bei Besuchen oder Ausfahrten nicht eingehalten.

Wohl hatte das Impulsive ihrer Natur einen starken Reiz für Wetterhelm, wohl bestand ein Teil ihrer Anziehungskraft für ihn gerade darin, aber sobald diese Art irgendwie in der Oeffentlichkeit hervortrat, störte sie ihn aufs schärfste.

Schon ihre Manier, immer aus dem Wagen zu springen, ehe die Pferde standen.

Und dann ihre Haltung. Sie hatte immer etwas so eigentümlich Trotziges: den Kopf ein bißchen vorgestreckt, die Ellenbogen lose, die linke Hand zur Faust geballt. Es war förmlich eine Verteidigungsstellung, die nicht mit dem weichen Liebreiz ihrer siebzehn Jahre harmonierte. In ihrer Sprechweise störte ihn oft ein gar zu kräftiges Wort oder ein achselzuckendes: „je m’en fiche“, mit dem sie einen Vorwurf abtat.

Jedenfalls war Georg nicht ohne Besorgnis im Hinblick auf den Besuch, bei dem er Monika seiner Mutter vorstellen wollte.

An einem schönen Aprilmorgen fuhr die Baronin Birken und das Brautpaar nach Gerbitz, dem Gute, das Frau von Wetterhelms Wohnsitz war, auf dem sie mit ihrer einzigen unverheirateten Tochter Brigitte lebte.

Bevor man zur Bahn fuhr, hatte Monika eine unangenehme, kleine Szene mit ihrem Bräutigam gehabt, der ihre Frisur getadelt hatte.