„An Georg“.

Nun, bald würde sie ja wissen, wie sehr er sich gefreut. Er kam ja morgen zum Abendbrot — — nein, nicht morgen. Heute! Es hatte ja eben schon zwei geschlagen durch die stille Nacht.

Erst als es hell wurde, schlief Monika ein.

Der Tag ging hin, wie jetzt alle Tage hingingen: in Erwartung ihres Bräutigams.

Als sie sich eben für den Abend umgezogen hatte, kam Georgs Diener mit einem Briefe von ihm, den er Auftrag hatte, dem gnädigen Fräulein selbst zu übergeben.

Monika schloß sich mit dem Schreiben ins Schlafzimmer ein; sie wußte, daß man sie sonst doch nicht bei der Lektüre ungestört ließ.

Und sie las:

„Liebe Monika,

es wird mir unendlich schwer, Dir diese Zeilen zu schreiben. Ich habe schwer mit mir gekämpft seit gestern abend. Nach reiflicher Ueberlegung aber halte ich es nun doch für besser, Dir zu sagen: wir passen nicht zueinander. Ich bin weit entfernt davon, die wundervollen Geistes- und Körpereigenschaften zu verkennen, mit denen die Natur Dich überschüttet hat. Aber Du hast Grundsätze, Anschauungen, Prinzipien, die für meine Frau unmöglich sind!