„Wann kommt er zurück?“
„Ich weiß nicht, gnädiges Fräulein.“
„Gleichgültig. Ich werde ihn hier erwarten.“
Sie schritt den Korridor entlang und öffnete die Tür zu Georgs Arbeitszimmer. Sie kannte den Weg von dem Male her, als Georg sie und die Mama und die Brüder zum Tee eingeladen.
Mit was für anderen Gefühlen als heute hatte sie da in dem Gemache gestanden, dessen strenge, vornehme Einrichtung so überaus gut zu Georgs Wesen und Sein paßte.
Sie setzte sich in den grünen Ledersessel und wies kurz den Diener zurück, der eintrat, um Licht zu machen.
Sie starrte mit brennenden Augen in das Dunkel ringsum, das nur matt erhellt war von dem Schein der Straßenlaternen, der von draußen durch die Gardinen fiel.
Sie überlegte nicht, was sie Georg sagen wollte, wenn er kam, sie dachte nur: das Glück wiederhaben ... das Glück...
Leise, leise schlug der Regen an die Scheiben. Sie hörte jede Sekunde das Ticken der großen Standuhr, hörte jede Viertelstunde ihr dumpfes Schlagen.
Sie wußte nicht, wieviel Zeit verstrichen war. Ihr war es, als sei sie schon endlos in dieser weichen Dunkelheit. Da hörte sie einen Schlüssel in der Korridortüre.