Schritte näherten sich dem Zimmer — dann das Knipsen am Schalter des elektrischen Lichts — eine grelle Helligkeit, die das Dunkel zerriß, — — und Georgs Aufschrei:

„Du hier?“

Sein Gesicht war ihr nie so ehern erschienen wie jetzt.

„Du hättest das nicht tun dürfen, Monika! Warum machst Du’s uns beiden so schwer?“

„Georg...,“ würgte sie hervor.

„Kind, es ist mir so schon schwer genug geworden. Aber es ist besser so für uns beide. Ich werde mich nie in Deine Art fügen lernen, und Du Dich in meine auch nicht!“

Sie trat näher zu ihm heran.

„Aber ich will ja alles, was Du willst! Ich will ja werden, wie Du willst... glaub’ mir das! In alles kann ich mich fügen... unserem Glück zuliebe!“

Ihre Stimme, die fast versagt hatte, wurde fester; wie ein Feuer, das zuerst nur zögernd knistert und hie und da einen Funken aufleuchten läßt, bis es allmählich zur Glut wird, und zur flammenden Lohe dann — so wuchs ihre Rede. Wuchs über sie empor und über ihn, wurde das Hohelied von der Liebe — von der Liebe, die stark ist wie das Leben, stark ist wie der Tod — —!

Sie wußte selbst nicht, woher ihr die Worte kamen. Sie wußte nicht, woher sie den Mut und die Kraft nahm, ihm all das zu sagen, den letzten Schleier von ihrem Seelenleben zu ziehen, ihn alle Höhen und alle Tiefen der Liebe schauen zu lassen, der Liebe, die sie zu ihm trug...