Da blieb für Extravaganzen kein Raum.

Uebrigens das, was Monika so glühend ersehnt: der Aufenthalt in fremden, bunten Ländern, das hatte weniger Einfluß auf ihr Leben, als man hätte annehmen dürfen. Es war eigentlich doch nur ein Wechsel des Schauplatzes, ein Kulissenwechsel — weiter nichts!

Ob man zusammen mit den Mac Gregors und der Familie de Varency zur Sphinx von Gizeh ritt durch die ägyptische Wüste — ob man zusammen mit Graf Berrier und Frau von Hellingen und dem Rathorstschen Ehepaar von Brüssel aus einen Wagenausflug nach dem Kolonialmuseum von Tervueren machte — ob man in Paris im historischen Palais der Herzogin des Garviers tanzte — es war doch nur Wechsel des Dekors für ewig sich gleichbleibende gesellschaftliche Formen.

Georg Wetterhelm war stolz auf seine Frau. Sie gefiel im allgemeinen ausgezeichnet. Abgesehen von einigen Damen, die ihre Erfolge beneideten, war man allgemein von Monika entzückt.

Sogar Fürst Herrlingen, der Vorgesetzte Georgs, welch letzterer inzwischen zur Diplomatie übernommen worden war, zeigte lebhaftes Interesse für Frau von Wetterhelm.

Der alte Herr, der sonst im Rufe eines Frauenfeindes stand, plauderte oft aufs angeregteste mit ihr, hatte im kleinen Komitee von ihr gesagt, „sie wäre in seinem Leben die erste Frau, mit der man sich vernünftig unterhalten kann“.

Das „vernünftig unterhalten“ bestand darin, daß er zu ihr eben nicht sprach, wie er sonst zu Damen redete, sondern Themata anschlug, über die er mit Männern sprach.

Auch seinem Sarkasmus in der Beurteilung von Welt und Menschen ließ er ihr gegenüber ungehindert die Zügel schießen.