Monika gewahrte dann, daß, in einen Stuhl gekauert, eine uralte Frau hinter dem Ofen saß: sie hielt die Augen geschlossen. In dem von tausend Falten durchfurchten Gesicht zuckte kein Muskel, wie aus Stein gehauen saß sie da.

„Die Ollsche, ’ne Tante vom Grün, Monchen. Sie is nu all siebenundachtzig und all ein bißchen lititi im Kopp. Na, da hab’ ich sie hergenommen.“

Draußen auf dem Hof stand Fritzchen und hielt mit beiden Händen die Vorderpfoten eines nudeldicken, weißen Spitzes, der, auf den Hinterbeinen sitzend, genau so groß war wie der Knabe; die beiden sahen sich stumm und liebevoll in die Augen.

„So steh’n sie manchmal ’ne halbe Stunde,“ sagte Liese.

Und dieses freundliche Bildchen war das letzte, was Monika bei diesem Besuch erblickte.

So schnell sie konnte, eilte sie nun zurück.

Die frühe Winterdämmerung lag auf dem ebenen Lande und tauchte die endlose Schneefläche in ein fahles Blau. Der Wind hatte sich aufgemacht und blies durch Monikas dünnen Mantel, daß ihr ein Schauer nach dem anderen über den Rücken lief. Aber sie rannte freudig vorwärts.

Und Worte kamen ihr — sie wußte selbst nicht woher — die sie laut vor sich hinsang.

„Das ist der Wind meiner Heimat,