Und sein Erstaunen war nicht kleiner. Er hatte geglaubt, Frau von Wetterhelm sei eine sehr hübsche Modepuppe, deren Horizont über Toilettenfragen kaum hinausging.

War doch Monika in der ganzen Zeit so sehr zurückhaltend gewesen, hatte so gar nichts von der sprühenden Art verraten, die sonst in ihrer Natur lag.

Ja, das Erstaunen war ein gegenseitiges. Als man sich spät in der Nacht trennte, erwartete Lork mit förmlicher Ungeduld den nächsten Tag und die morgendliche Bootfahrt.

Als an dem Ballabend Edith Monika vor dem Schlafengehen sehr gespannt fragte: „Nun, — — was sagte er?“, wußte sie einen Augenblick gar nicht, worum es sich handelte. Doch gleich darauf war sie im Bilde. Sie sagte:

„Edith, ich will ganz offen sein. Also: ich habe nicht gemerkt, daß er ein besonderes Interesse für Sie hätte.“

„Das weiß ich allein,“ klang es hart zurück, „ich will es ja auch erst in ihm erwecken.“

„Vielleicht war ich nicht sehr geschickt im Erfüllen meiner Aufgabe,“ sagte Monika. „Wir haben schließlich von ganz anderen Sachen gesprochen.“

„Aber das ist doch selbstverständlich,“ rief Edith lebhaft dazwischen. „Allzu auffallend darf das doch nicht gemacht werden! Jetzt tun Sie mir bloß die Liebe, Monika, und werfen Sie nicht sofort die Flinte ins Korn! Das wäre doch nicht gerade eine große Freundschaft, wenn Sie schon genug davon hätten! Daß Sie nicht auf Anhieb einen großen Erfolg erzielen würden, mit der Reklame für mich — das war mir von vornherein klar. Aber nicht nachlassen — — bitte, bitte, Monika! Helfen Sie mir! Nicht wahr, Sie werden versuchen, mir weiter zu helfen?“

So kam es denn, daß in der nächsten Zeit Monika viel mit Lork zusammen war. Sie gab ihm gegenüber die strenge Zurückhaltung auf, die sie alle die Zeit hindurch gehabt.