„Sie sind gar nicht dazu geschaffen, allein zu sein,“ sagte er und wendete sich plötzlich voll zu ihr herum. Bisher hatten sie beide nebeneinander an der Balustrade gelehnt.

Mit einem heißen Aufleuchten seiner Augen blickte er ihr ins Gesicht, in das reizende Gesicht mit den rosigen Farben. Ihre Schultern leuchteten blendend aus der rosa Seide ihres Kleides.

„Warum sagen Sie das?“ fragte sie leise.

„Weil ich das meine und weil ich mitunter sage, was ich meine.“

„Nicht immer?“

„O nein, durchaus nicht.“

Da wurde sie lebhaft, wie immer, wenn etwas Ungewöhnliches ihre Aufmerksamkeit fesselte. Und es wurde ein lebhaftes Hin und Her von Meinungen und Gedanken, von Bemerkungen, die oft paradox, immer aber geistreich waren.

Monika plauderte sich ganz heiß; zum ersten Male seit langer Zeit interessierte sie ein Gespräch.

Sie hatte nie geglaubt, daß dieser Graf Lork, den sie bisher für einen recht oberflächlichen Lebemann gehalten, so originelle Anschauungen haben würde.