Das Licht brach sich weißsprühend in den Brillanten, blutfarben brannten die Rubinen, Smaragden gleißten, der lockende, matte Schimmer der Perlen und das regenbogenfarbig gebrochene Licht der Opale.
Monika sah nur zerstreut hinunter. Ihr lag ihr Auftrag am Herzen. Die abgrundtiefe Bitterkeit, die sie gestern in Ediths Seele gesehen, hatte sie erschüttert. Wenn sie dazu beitragen konnte, dem armen Mädchen zu seinem Glück zu verhelfen, so würde ihr das eine Herzensfreude sein.
Und sie wiederholte ihre erste Bemerkung.
„Ja, Fräulein von Gräbert sieht heute überraschend gut aus,“ sagte Lork.
„Warum überraschend? Sie ist doch immer reizvoll.“
Er äußerte ein unbestimmtes „Hm“, das ebenso gut ja wie nein heißen konnte.
Aber Monika ließ nicht locker.
„Ich bin überhaupt froh, daß ich mich mit Fräulein von Gräbert für die Reise zusammengefunden habe. Sie ist so amüsant, sie verbindet schärfste Logik mit Sinn für Humor.“
„Sind Sie schon lange miteinander befreundet?“
„Nein, erst seit kurzer Zeit. Ich hatte zuerst die Absicht, allein nach Luzern zu gehen.“